Eher nicht … lieber ausruhen … Wir waren schön auf dem Markt, haben viele Beeren gekauft, der Rumtopf ist nun fast voll und im Eisfach sind auch genügend. Abends wanderten wir auf der inoffiziellen Fanmeile umher, die Stimmung war toll, besonders bei den Kroaten. Gestern entdeckten wir ein Anwesen an der Stadtgrenze, in dem nun ein Hotel untergebracht ist. Ziemlich teuer, klitzekleine Zimmer, die meisten mit Bad und WC auf der Etage, es roch muffig. Eigentlich schade, denn die Location wäre es wert richtig genutzt zu werden. Die Säle kann man mieten, auch sehr teuer, der große Saal kostet 60 000 und der kleine 20 000 Rubel. Die Aussicht war früher bestimmt schöner. Danach waren wir in einem sich entwickelnden Kulturcluster, dem Brotwerk in der Nähe von Flacon, das wir uns auch wieder angesehen haben. Es tut sich überall etwas, und zwar zum Positiven. Und zu Mittag gab es Pho Bo … Das Monstereis haben wir nicht probiert.

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Ich sollte wohl mal daran denken, dass ich eigentlich Ferien habe … Die Nähmaschine glüht. Am Dienstag war ich auf Abendtour an der Twerskaja, danach waren wir noch lecker essen mit Freunden. Am Mittwoch wieder ein Spaziergang, diesmal auf der Allee des Lebens … abends besuchten wir den katholischen Pfarrer. Am Donnerstag stand der Haushalt auf dem Plan, muss ja auch mal sein, und abends waren wir zu einer Abschiedsparty in der Residenz eingeladen, war sehr nett. Gestern kam ich wieder auf meine Schritte, indem ich die umgestellte Konstruktivismustour testete. Einige Details kannte ich noch nicht – die Allee der Architekten,     ein Stück Metallgerüst aus dem sanierten konstruktivistischen Wohnheim und ein Relikt aus Sowjetzeit an einem Institut, dass sich mit der Stoff-Industrie beschäftigt.

Am Sonntag waren wir, trotz Unwetterwarnung, mit einer russischen Exkursion unterwegs. War gar nicht so schlecht, wir schauten uns die Gegend zwischen Avtosavodskaja und Simonov-Kloster an, das wollte ich sowieso als neue Tour erarbeiten und so kam die Führung gerade recht. Wir waren da vor vielen Jahren schon mal, nun sah alles anders aus. Diese Kirche befand sich ursprünglich auf Betriebsgelände, an der Mauer lehnen durchgesägte Grabsteine, die den Straßenbahngleisen als Unterfütterung diensten. Ein ganzes konstruktivistisches Viertel blieb hier erhalten. Auf einem Teil des Klostergeländes wurde ein Kulturpalast gebaut.  Den hatten wir schon besichtigt, deshalb stiegen wir nur mit aufs Dach, von dort hatten wir eine prima Aussicht auch auf das Kloster, auf dessen Gelände man nicht mehr darf. Nur die Kirche kann man noch besuchen.

Die Zeit der Abschiedspartys ist wieder da – am Dienstag war ich zum Brunch eingeladen. Gestern hatte mein Spaziergang durch Kitaigorod endlich Premiere, zu acht erkundeten wir das ehemalige Handelsviertel gleich neben dem Kreml.   Und dann erlebten wir das deutsche Fiasko …