Ausflug

Ein kleiner Ausflug führte uns gestern bei strahlendem Sonnenschein und knackigen -20 Grad in die Nähe von Moskau. In Michailowskaja Sloboda, einem Dorf, das sich an der M 5 entlangzieht, besichtigten wir die Erzengel Michael Kirche. michailovskajaSie wurde 1699 gebaut, vieles wurde allerdings später erneuert. Auch die bunten Kacheln scheinen nicht mehr echt zu sein. Und doch hat sie eine interessante Geschichte. 1817 wurde sie in eine Kirche der Jediniwerzy verwandelt. Sie unterstehen der Russisch-orthodoxen Kirche, befolgen allerdings viele Rituale der Altgläubigen. Die Gläubigen dieser Kirche verehren die Gottesmutter von Jerusalem, deren Wunder 1864 mehr als fünfzig Menschen vor der Cholera retteten. Während der Stalinzeit wurde der Priester 1937 verhaftet und erschossen. Die Kirche wurde geschlossen, doch ab 1943 konnten wieder Gottesdienste stattfinden. 1961 zog allerdings endgültig das Archiv des Allrussischen Bücherrats ein. Inzwischen wurde die Kirche den Jedinowerzy zurückgegeben.
Weiter ging unsere Fahrt nach Bykowo. An der A 102 gegenüber vom ehemaligen gleichnamigen Flughafen fristet ein großes Anwesen ein kümmerliches Dasein. bykovoVersteckt in einem zugewachsenen Park mit Teichen steht ein palastartiges Gebäude auf einem Hügel, von dem Kinder hinabrodelten. In Sowjetzeiten war dort ein TBC- Sanatorium untergebracht. Das Anwesen stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und gehörte des damaligen Generalgouverneur von Moskau. Allerdings wurde es im 19. Jahrhundert neu errichtet.   Schade, dass es nicht restauriert und genutzt wird.
Besser geht es dagegen der Wladimir-Kirche wladimirkirchebykovoam anderen Ende des Parks. Ihre ungewöhnliche Architektur erstaunt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie von Wasili Baschennow im damals modernen pseudogotischen Stil projektiert – kleine gotische Türmchen, gotische Fensterformen, sehr untypisch für russische Kirchen. Sie ist eher einem Märchenschloss ähnlich als einer Kirche. Der einzeln stehende Glockenturm kam 1830 dazu. Unten befindet sich die Winterkirche. Zur Sommerkirche führt eine breite geschwungene Treppe nach oben.

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