Halbinsel Kola

Murmansk empfing uns mit Frühlingswetter, Regen und 6 Grad, blühendem Flieder. Die Stadt liegt auf mehreren Hügeln und ist bebaut mit brutaler sowjetischer Betonarchitektur.
Gewohnt haben wir dort in einem Appartement sowie in einer Pension. Abends probierten wir die besten Häuser aus, speisten Rentier, lecker und lappländische Fischsuppe.
300 km hinter dem Polarkreis bescherten uns helle Nächte, murm18gewöhnungsbedürftig. Die gute Versorgungslage und schicke Supermärkte erstaunten uns, im Gegensatz zu den eigentlichen Märkten. Die Sehenswürdigkeiten:mur8 der Atomeisbrecher Lenin, der Hafen,murm75 Aljoscha, ein Monument, das den Verteidigern des Polargebietes gewidmet ist. murm73
Eine Fahrt führte uns nach Teriberka, circa 140 km, bis an die Barentssee. Wir fuhren durch eine beeindruckende Landschaft, erst niedrige Bäume, Gesträuch, dann nur noch Flechten, viele Seen, sehr hügelig. Das Auto gab eine Glatteiswarnung aus … Es stürmte und regnete.
Das Dorf empfing uns sehr unwirtlich, an Baden war nicht zu denken, alles machte eine ziemlich heruntergekommenen Eindruck, der Film Lewiathan, der dort gedreht wurde, hat nicht übertrieben, wie viele Russen gerne behaupten. Die Sehenswürdigkeit dort-ein Schiffsfriedhof …murm63
Auf dem Weg in einen abgelegenen Teil der Halbinsel Kola hielten wir einige Male, um uns ein Bild zu machen. Später hörten wir, dass die meisten Menschen z. B. in Montschegorsk circa zwanzig Jahre lebten und arbeiteten und dann wieder wegfuhren. Wir haben die Industriebetriebe gesehen, die abartig viel Dreck in die Umgebung abgaben. murm57Die Natur ringsherum ist tot, leider. An einem See hat sich eine Jagdgemeinschaft aus allen Materialien, die ihnen in die Finger kamen oder vom Militär übergeblieben sind, eine Datschensiedlung errichtet.murm59 Kurz vor unserem Ziel bogen wir noch nach Rewda in Richtung des Massivs von Chibin ab. Im sehr sowjetischen Dorf wird Loparit gefördert. In Lovorsero am gleichnamigen See besuchten wir das Saami-Museum und übernachteten im einzigen Minihotel. Ein Boot brachte uns am nächsten Tag zu unserer Unterkunft in einer Touristenstation auf einer Insel. Unterwegs besuchten wir die Rentiere murm45murm34 und lernten die Moltebeere kennen. Endlich kam mal die Sonne heraus, so dass wir einen ganzen Tag hatten, um herumzuspazieren und zum Schamanensee zu schippern. Dort konnten wir im herrlich frischen Wasser sogar baden. Zum Mittag gab es entweder Fischsuppe oder Rentierfleischsuppe, Rentierleber oder Rentierwurst und Preiselbeermors. Leider ist den Saami hier nicht nur die Bearbeitung der Felle sondern auch die Herstellung ordentlicher, haltbarer Wurst abhanden gekommen. Aber extra zum Abendbrot wurde Fisch geräuchert, sehr lecker. murm22Außerdem bekamen wir Trockenfisch geschenkt, den wir dann genüsslich mit Bier verzehrten.
Die letzte Station unseres Ausflugs traten wir per Bus mit einer russischen Reisegruppe an. Rund 600 km ging es Richtung Süden an das Weiße Meer. Von Belomorsk aus schipperten wir auf die Solowetzker Inseln. murm4Dort herrschte winterliches Wetter. Heldenhaft besichtigten wir mehr als drei Stunden das Kloster, einstmals eins der führenden religiösen Zentren der russisch-orthodoxen Kirche. Hier wurde der spätere Patriarch Nikon zum Mönch geweiht, hier nahm die Aufspaltung der Kirche im 16. Jahrhundert ihren Anfang. Nach der Revolution wurde dort eins der ersten Straflager eingerichtet. Nach einem ausgiebigen Mittagessen besuchten wir die Labyrinthe und pilgerten durch alle Souvenirgeschäfte und über den Markt. Die zweite Nacht im Bus bescherte uns eine Überraschung. Am Polarkreis machten wir halt, es gab Sekt und für die Frischlinge des Nordens, nämlich uns, eine Urkunde.
Fazit: tolle Natur, sehr freundliche Menschen, nur die Mücken haben gestört, aber da kann man ja eine andere Reisezeit wählen.

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