Ausflug in den russischen Norden

Das vergangene Wochenende verlängerten wir und fuhren mal raus aus Moskau. Auf dem Weg nach Wologda (die Seitenstreifen waren durchweg gemäht, kein Müll lag herum, die Straßen waren zum überwiegenden Teil gut befahrbar, im Gebiet Wologda gab es oft sogar Beschleunigungsspuren, Felder und Rinderherden und ordentliche Dörfer erfreuten unser Auge) machten wir Station in Welikoje, einem Dorf mit einem Kreml und der Villa eines Textilfabrikanten. Im benachbarten Gawrilow-Jam baute er eine Textilfabrik, wo es einen netten Werksverkauf gibt. Die Städtchen um die 500 km nördlich von Moskau gehören zu den ältesten in Russland, entsprechend viele alte Kirchen und Klöster gibt es. Wologda hinterließ einen sehr angenehmen Eindruck bei uns – sauber, viel Grün, ordentliche Uferpromenaden am Fluss, freundliche Menschen, Radwege! Gleichzeitig wurden der 870. Stadtgeburtstag gefeiert und fand ein Festival der Spitze statt. Viele Menschen waren unterwegs, überall wurde Schaschlyk gebraten. Auf den Bühnen lief ein Kulturprogramm und wir sahen sogar einen Umzug von Blasmusikorchestern aus ganz Russland. Das Stadtzentrum verwandelte sich in einen großen Markt, Erzeugnisse der Volkskunst in Wologda wurden angeboten und vorgestellt. Viele gepflegte Holzhäuser begeisterten uns,      Kirchen (bis auf eine waren in der Sowjetzeit alle zu und wurden anders genutzt wie diese, in der eine Tapetenfabrik arbeitete) und der Kreml mit der Sophienkathedrale mit alten Fresken. Mit dem Rad erkundeten wir die Uferpromenade.    In dieser Kirche restaurierte man langsam und sorgfältig.   In Kirillow besichtigten wir die größte Festung Nordeuropas, ein ehemaliges Männerkloster.    In der Nähe befindet sich das Ferapontow-Kloster,  wo wir Fresken von Dionisys sahen, über 500 Jahre alt und sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Nachbarort steht eine tolle Holzkirche von 1755.  All die außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten zeigten sich umsichtig und liebevoll restauriert. In Belosersk, das 862 gegründet wurde, schauten wir uns den Kreml an und warfen einen Blick über den Ort. Auf dem Rückweg übernachteten wir in Poschechonje, einem kleinen Ort mit tollen Handelsreihen,  in einer “Turbasa”, einer Touristenstation an einem See (in Kirillow nahmen wir das beste Haus am Platz und in Wologda hatten wir eine Wohnung gemietet). Schließlich besuchten wir noch Freundinnen auf einen Kaffee, versorgten uns mit geräuchertem Fisch und waren am Abend zu Hause. Fazit: Fast 1500 km gefahren und sehr angetan von dem, was wir gesehen und erlebt haben.  Und auch diese verlassenen Kirchlein entdeckten wir unterwegs.    

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