Archive

Architektur

Mal ein Wochenende ohne zu fliegen … Der Fliedergarten wartete auf uns – endlich blüht auch hier der Flieder, in vielen Schattierungen und Blütenformen.    Und wir waren unterwegs in einem ehemaligen Industrieviertel, um einen neuen Spaziergang, diesmal eine Abendtour, vorzubereiten. Sehr charmant.  

Advertisements

Mit dem Rad statteten wir der kleinen Siedlung Sokol einen Besuch ab, nachdem wir gehört hatten, dass dort Burgen hinter hohen Zäunen gebaut werden sollen, aber so schlimm war es gar nicht. Noch stehen viele der kleinen Holzhäuser, manche vor einer Neubaukulisse.

Am Rigaer Bahnhof befindet sich das Museum der Eisenbahntechnik. Unter freiem Himmel stehen mehr als sechzig Lokomotiven und Waggons, die anschaulich die Entwicklung des russischen Eisenbahnwesens demonstrieren. Zu sehen sind alte Dampflokomotiven für den Güter- und Passagierverkehr, so die älteste noch vorhandene Dampflok „Schäfchen“ von 1903, die deutsche Kriegslok „Frau“, die leistungsstarke Lok Felix Dzierzhinski, ein gepanzerter Salonwagen, mit dem auch Stalin unterwegs war. Der schönste Teil der Exkursion war die Fahrt mit der alten Dampflok des Typs „L“, sie brachte uns in 15 Minuten bis zum Depot Podmoskownaja in der Nähe der Station Krasnyj Baltiez. Ende 2015 wurde dieser Museumskomplex geschaffen. Liebevoll wurden die alten Gebäude im Jugendstil restauriert und eingerichtet. Im ehemaligen Bahnhof fühlt man sich an den Beginn des vorigen Jahrhunderts zurück versetzt. Zu sehen sind die Kasse, der Telegraf, Wartesäle für arm und reich, das Buffet. In der Werkstatt, in der eine durchgeschnittene Lok ihre Arbeitsweise präsentiert, können noch immer Lokomotiven repariert werden. Und auch das Fächerdepot ist noch voll funktionstüchtig. Wir besichtigten auch den Wasserturm und auch hier wird seine Funktionsweise anschaulich erklärt.     Nach einer Stunde ging es mit der Dampflokomotive zurück zum Rigaer Bahnhof.

Am Montag und Dienstag nutzte ich das schöne Wetter, um mich auf meine nächsten neuen Spaziergänge vorzubereiten. Auch außerhalb des eigentlichen Zentrums auf dem Weg in die ehemalige Deutsche Vorstadt gibt es durchaus ansehbare Architektur wie hier in der Nowaja Basmannaja.     Klassizistisches steht auch an der Staraja Basmannaja und südlich davon.   Die Flügel sind aus Holz.  Manche Leitungen sind sehr malerisch verlegt. Und auch dieses Holzhaus hat eine abenteuerliche Stromversorgung.   Doch es wird gewarnt vor den vielen Strippen.    Sogar den Frühling habe ich gefunden.

 

Gestern war ich nach dem ersten Frühstück der Deutschen Gruppe in der neuen Saison, diesmal im Ararat Hyatt Hotel, wieder zu einer Weiterbildungsexkursion. Diesmal außerhalb des Gartenrings, also nicht mehr direkt im Zentrum Moskaus. Aber dort gibt es auch einiges zu sehen und man kann gut spazieren gehen. Der Weg führte von der Metro Baumanskaja, wo ich gleich noch in den Stoffladen schauen konnte, bis zur Metro Krasnye Worota. Dort findet man beispielsweise Holzhäuser,basm4 gegenüber von der Polizeistation ein Wandgemälde, basm3 eine riesige, in Sowjetzeiten nicht geschlossene Kirche, basm die Puschkinbibliothek in einem alten Anwesen, basm1 den Palast von Musin-Puschkin  basm2  und eine Wechselstube in einem Auto …basm5

Auf einer Reise durch das Internet stieß ich auf ehemalige Datschen im oder am Sokolniki-Park, die wir am Sonntag per Rad erkundeten. Viele dieser charmanten Gebäude aus Holz sind unwiderruflich verloren. Diese hier werden als Schulen oder Kindergärten genutzt. %20Богородское%20шоссе.%2009.01.12.16 86_big ljamin  Das Gelände neben dem Parkplatz für Wohnmobile beherrscht eine große Villa aus Stein, die ehemalige Datsche von Lawrentij Berija, dem Chef des sowjetischen Geheimdienstes. berija