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Exkursionen

Bei arktischen Temperaturen, starkem Wind und Regen- und Graupelschauern war ich gestern den ganzen Tag mit 5 Kölnern unterwegs – Iwanowhügel (im Morosowgarten entdeckten wir ein verirrtes Entchen, das wohl dort seine Kleinen ausgebrütet hatte, sie versteckten sich unter der Mutter, weil es so kalt war), Metrofahren, Samoskworetschie und Winsawod. Das Winsawod war auch für mich eine Herausforderung, weil das bislang nicht auf meiner Themenliste stand. Doch das Kreativzentrum lohnt sich, es war früher ein Anwesen, von dem nur noch das Haupthaus übrig ist. Ehemalige Besitzer bauten dort erst eine Bierfabrik, später wurde dort Wein hergestellt, daher auch der Name Winsawod. Seit 10 Jahren siedeln sich auf dem Areal Galerien junger Künstler an. In der Nähe gibt es noch 2 andere ehemalige Industriebetriebe, die umgestaltet wurden und werden, bietet sich für einen neuen Spaziergang an …

Nach einem tollen Kinder-Wochenende in Rostock (Fisch essen, sonnen, baden, herumlaufen, Kubb spielen, quatschen …) konnte ich ein Stück Ostseewetter nach Moskau retten und hatte gestern am Vormittag einen schönen Architekturspaziergang mit Kindern.  Am Nachmittag stürmte es heftig, Tote und Verletzte und einige Zerstörungen waren die Folge, hier fiel ein Laternenmast auf ein Auto, die Closchüssel im Kofferraum blieb allerdings ganz. Gegen Abend hatte sich das Wetter soweit beruhigt, dass ich zum Yoga fahren konnte. Und auch heute hatten wir Wetterglück und spazierten im aristokratischsten Viertel Moskaus umher, zum Schluss betrachteten wir noch die Menschenschlange,  die ansteht, um die Reliquien des heiligen Nikolaus zu sehen, alles gut organisiert, mit Toiletten, Versorgungspunkten, Bussen, in denen sich die alten Mütterchen ausruhen können.

Ein neuer Spaziergang wirft seine Schatten voraus. Auf Wunsch einer Freundin habe ich mir die Gassen an der Sretenka angeschaut, früher war das ein verrufenes Viertel mit Freudenhäusern, heute spaziert man zwischen Mietshäusern und Kaufmannsanwesen durch Höfe und Durchgänge von einer Straße zur anderen. Und ergänzt mit der Lubjanka mit ihren FSB-Gebäuden, Stadtvillen, einem Kloster und Kirchen, etwa der Kirche der orthodoxen Gemeinde des FSB, ergibt sich wieder ein interessanter Blick auf Moskaus Zentrum.

Wir waren heute in der Regenpause auf dem Jungfrauenfeld spazieren. Der Weg führte uns von der Metro Frunsenskaja, rote Linie, vorbei an vielen schönen Gebäuden ehemaliger und noch existierender Bildungseinrichtungen,  Instituten , monumentalen Bauten  sowie über die Allee des Lebens – das Medizinerstädtchen – hier die Augenklinik  das ist die Pathologie   und die Frauenklinik bis zum angenehm übersichtlichen Usatschowskij Markt.  

Gestern am Nachmittag nahm ich an einer Exkursion in mehrere Kirchen teil. Interessante Ikonen standen auf dem Programm, wir sahen das Auge der Vorsehung über der Ikone des Erzengel Gabriel im Menschikow-Turm,  die Ikone der Kasaner Gottesmutter auf Glas gemalt und eine Ikone, auf der man von verschiedenen Orten aus drei unterschiedliche Bilder sieht – Jesus, Gottvater und den Heiligen Geist als Taube in der Pimen-Kirche. Dort gibt es auch eine sehr schöne Ikonenwand, die sowohl über den Hauptaltar als auch die Nebenaltäre reicht. Und in der Peter und Paul-Kirche gibt es eine interessante Jesus-Ikone. Die beiden letzten Kirchen waren in Sowjetzeiten nicht geschlossen und sehen innen toll aus.

 

Bei feinstem Aprilwetter – Sonne, Regen, Graupel, Wind und 2 Grad – spazierten wir gestern über den Kaufmannshügel, etwas sehr abseits der touristischen Routen Moskaus, aber trotzdem interessant. Wir sahen umgenutzte Kirchen, viele Kaufmannsanwesen, Mietshäuser und Bildungseinrichtungen.

Eine fast 14 km lange Tour führte mich am Montag bei Regenwetter mit 2 jungen Damen vom Kiewer Bahnhof aus zum Dorogomilowskij Markt und weiter durch Moskaus Zentrum bis nach Samoskworetschie, 5 Stunden waren wir unterwegs und es war nicht langweilig.