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Exkursionen

Vor kurzem nahm ich die Chance wahr, die restaurierte Villa eines Moskauer Tabakfabrikanten zu besichtigen.

Da nach der Revolution dort immer Behörden arbeiteten, blieb das Interieur weitgehend erhalten. Es wurde „nur“ verkleidet. Gebaut wurde das Haus 1896, die Fassade wurde zurückhaltend dekoriert. In der ersten Etage befanden sich die Räume zum Repräsentieren mit schönen Decken aus Holz und mit Stuck, Leuchtern, Fußböden, einem Kachelofen. Diese Lampen sind ein Geschenk der Metro. Das Highlight und eine echte Rarität sind zwei noch original erhaltene Oberlichter.  

Und unsere Combo spielt an der Metro in anderer Zusammensetzung. 

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Heute bei sonnigem und warmem Wetter waren wir unterwegs  auf einer etwas längeren Tour in den Gassen an der Twerskaya. Diese Gassen sind sehr unterschiedlich bebaut, u. a. mit klassizistischen Anwesen, Wohnhäusern für Musiker, Schauspieler und Tänzer, die Uni, es gibt viele kleine Wohnungsmuseen, Theater, Konzertsäle, Kirchen … wir entdeckten viele kleine Details und gewannen neue Einblicke.  

Die war kurz, denn am Mittwoch sind wir nach Athen geflogen. Aber am Montag und Dienstag hatte ich noch 2 Spaziergänge, am Montagnachmittag eine nette Tour durch Samoskworetschie. Am Dienstag bin ich mit 12 Berlinern auf Ingenieursspuren gewandelt. Wir bewunderten u.a. die großes Halle des Gostiny Dwor und den Innenhof einer verschobenen Klosterfiliale.

Am Donnerstag war ich wieder auf Tour mit einem sehr netten Ehepaar aus Berlin. Wir erkundeten die Gegend an den Sauberen Teichen. Danach war ich Jurymitglied beim Rhetorikwettbewerb in der Schule, war eine sehr kurzweilige und interessante Veranstaltung und wir hatten es echt schwer mit der Entscheidung. Und ich war in den Gassen an der Twerskaya unterwegs. Immer wieder ergeben sich andere Ein- und Anblicke wie die Rückfassade der Bürgermeisterei,  ein eingebautes altes Haus , das Menschikow-Haus, das sich in einem Hof versteckt. Die für die Parade am 9. Mai probenden Flieger haben nicht gestört.   

Heute waren wir unterwegs zwischen den Metrostationen Sucharewskaja und Lubjanka. Wir schlängelten uns durch Gassen und Höfe und entdeckten allerlei Sehenswertes – von den Hügeln eröffnete sich ein netter Blick auf das Hoch-Peter-Kloster, die französische katholische Kirche war heute endlich mal geöffnet, sie wurde innen sehr schön restauriert,  ein altes Anwesen mit geschnitzten Holzfensterrahmen wird saniert, im Sretenskij Kloster waren wir in der riesigen neuen Kirche und auch in der sympathischen alten Wladimir-Kirche, in der eine der fünf Kopien der Fälschung des Grabestuchs von Jesus aufbewahrt wird.  

Die Sonne schien zwar gestern, aber es war kein frühlingshaftes Wetter.Trotzdem hatten wir, sieben Sachsen, einen tollen Ganztagsspaziergang quer durch das Zentrum von Moskau. Und ich habe sogar etwas Neues entdeckt – den Artilleriehof. Die Kanonen waren für mich weniger interessant, mehr die restaurierte Fassade des ehemaligen Münzhofes.