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Exkursionen

Letzten Dienstag war ich mit einer Freundin auf der WDNCh. Dort haben wir eine Weihnachtskugel aus Glas bemalt. Wir wählten ein traditionelles russisches Muster. Hat Spaß gemacht.  Und sie hängt nun an unserem Weihnachtsstrauß.

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Gestern war ich den ganzen Tag mit einer Exkursion unterwegs. Wir fuhren nach Werbilki, 90 km nördlich von Moskau. Dort befindet sich eine alte Porzellanfabrik. Sie wurde 1754 von einem Engländer gegründet und später vom russischen Porzellankönig Kusnezow aufgekauft. Wir besichtigten den gesamten Produktionsprozess und erlebten charmante morbide Industrieausstattung, nur der Ofen, in dem die Stücke zum letzten Mal gebrannt werden, ist neueren Datums und stammt aus Portugal.  Hier wird die Masse aus Ton, Kaolin, Feldspat, Sand und Wasser ausgepresst. In diesem Riesenfleischwolf werden lange Tonwürste produziert.     Vieles wird noch in Handarbeit erledigt. Es wird nicht nur Geschirr hergestellt.     Die billigeren Teile werden mit Abziehbildern beklebt. Doch viele Stücke werden bemalt. 

Gestern haben wir uns wieder mal auf Exkursion begeben. Wir erkundeten die Nikolskajastraße und besuchten die ehemalige Druckerei, insgesamt war es doch sehr interessant. Die Straße war ziemlich geschmückt, die schönen Gebäude waren fast nicht zu sehen. Aber sie sind schön, früher wurde dort überall Handel getrieben, deshalb sind die Häuser auch alle so aufgebaut wie hier die Nikolskije Handelsreihen – im Erdgeschoss Geschäfte, darunter im Keller Lager, im ersten Stock Büros und darüber wurden Zimmer vermietet. Wir hörten einiges über ehemalige Klöster , Kirchen , diese hier hatten wir noch nie gesehen, sie versteckt sich in einem Hof, und die Druckerei, in der das erste datierte russische Buch gedruckt wurde. In diese Gemächer im Hof hat man normalerweise keinen Zutritt, dort stehen noch originale Kachelöfen aus dem 16. Jahrhundert. An der Decke sind die Sternzeichen dargestellt, in Sowjetzeiten hat man das mit Sternchen noch ergänzt. Und wir durften sogar die Reste der Stadtmauer betreten. Über den Hof gehts in die Kantine, nicht sehr appetitlich … Zurück schlenderten wir kurz über den Weihnachtsmarkt auf dem Roten Platz, na ja, Glühwein im Moscow Style, ohne Alkohol, und Würstchen auf dem swinging Grill, sahen nicht so lecker aus. Vor der Basiliuskathedrale hängt ein Schild an der Mauer – keine Drohnen über dem Roten Platz.   Gegenüber vom Kinderkaufhaus stand eine Kirche, deren Fundamente man ausgegraben hat.     An diesem Ort wurden früher Faustkämpfe ausgetragen, um festzustellen, wer Recht hat. Zwischendurch waren wir in einer Hörnchenkneipe   und haben Tee getrunken.

Und gestern Abend wartete noch ein Highlight auf uns – in der Kirche, die wir von unserem Küchenfenster aus sehen, befindet sich im Glockenturm ein Glockenmuseum, klein, aber nett und sie bilden auch neue Glöckner aus und haben Glocken aufgehängt, an denen man sich ausprobieren kann bzw. die angehenden Glöckner lernen die Fäden richtig zu ziehen. Vielleicht findet sich ein Grüppchen und wir gehen mit der Deutschen Gruppe nochmal hin.

Vorhin war ich an einem bemerkenswerten Ort – im Nowospasski Kloster versteckt sich in einem alten Gebäude eine Stoffweberei. Die Chefin zeigte uns coole Stoffe, im Schrank liegen die Reste, die man auch erwerben kann. Dort stehen sehr alte historische Webstühle, auf denen Stoffe für Museen und Paläste gewebt werden. Alles wird von Hand gemacht – die Seide gewaschen, getrocknet und gefärbt, auf Spulen gewickelt. Für den Stoff wird eine Vorlage nach alten Mustern erstellt und es wird ein Programm auf Lochkarten aufgebracht für den Webstuhl. So wissen die Längsfäden, was sie machen sollen. Gewebt wird von der Rückseite des Stoffes aus, darunter befindet sich ein Spiegel, mit dem man kontrollieren kann, wie die Vorderseite aussieht. Sehr beeindruckend!