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Freizeit

Ein sommerliches Wochenende liegt hinter uns. Sonne, Marktbesuch, Großeinkauf (der Kühlschrank war nach dem Urlaub total leer). Außerdem radelten wir durch den Ismailowskij Park, da waren wir nur mal zum Skilaufen. Wir waren positiv überrascht – ein weitläufiges Gelände, ein Teil ist ganz verwildert und überall haben sich die Schaschlykgriller breitgemacht. Auf der anderen Seite ist es eher parkähnlich, schön gepflegt, mit vielen Angeboten für Kinder, einem Teich zum Bootfahren  und natürlich gut zum Walken, muss ich ausprobieren. Zum Schluss ging es noch auf die Baumanninsel zum Entspannen und Lesen.  Am Abend schlürften wir einen Cocktail und lauschten der Musik von Smoking Bird, die spielten spontan auf der Straße vor ein paar Freisitzen bei uns in der Nähe.

Ein zweitägiger Spaziergang mit einer einzelnen Dame führte uns durch Moskaus Zentrum. Und es gibt immer wieder Überraschungen. Das Polytechnische Museum wird rekonstruiert und es geht vorwärts.  Gegenüber von der Hauptsynagoge wurde ein kleiner Park angelegt, vom Iwanowhügel hat man nun einen schönen Blick auf die Synagoge.   Zeretelis Allee der Führer wurde in der Petrowerigskij Gasse eröffnet, von Rjurik bis heute werden alle wichtigen Staatsmänner vertreten sein.

Am Donnerstag war ich im “Theater” – ein umgebauter LKW diente als Zuschauersaal, alle konnten rausgucken, aber niemand hinein. Zwei echte Fernfahrer fuhren mit uns am Moskauer Stadtrand entlang, eigentlich imitierten sie die Fahrt durch Sibirien, und erzählten aus ihrem Leben und von ihren zum Teil sehr harten Arbeits- und Lebensbedingungen. Vorbei ging es an Tankstellen, einer Banja (Sauna), über total holprige Wege, vorbei an einem riesigen Werk und Kraftwerk, durch einen Sumpf, sogar der Grad der Luftverschmutzung wurde unterwegs angezeigt, die Schiene wurde gefegt und plötzlich mussten wir einen Fluss durchfahren und wären beinahe ertrunken, zum Glück entpuppte sich das Ganze als Autowäsche. Zum Schluss erkundeten wir einen LKW-Parkplatz, weckten einen Fahrer, sahen einen Brummi, der wohl nicht mehr alle Räder dran hatte, sie alle kamen aus unterschiedlichen Gebieten und sogar Ländern und warteten auf neue Ladung. Tolles Projekt von Rimini Protokoll!

Am Freitag war Betriebsfest in der Schule, war sehr nett in diesem Jahr. Am Samstag radelten wir in die Botschaft zum Fahrradfest, es wurde offensichtlich ganz gut angenommen.  Zum Glück regnete es mal nicht. Die Vorträge waren interessant, es gab viele Angebote auch für Kinder. Und man konnte verschiedene lustige Räder ausprobieren. Hab sogar bei der Tombola was gewonnen! Das Radfahren hat Spaß gemacht, von uns bis zur Botschaft sind es immerhin 13 km. Am Sonntag waren wir zum Brunch eingeladen, erkundeten per Rad einen Park, den wir noch nicht kannten und trafen uns abends mit Olga. Eigentlich wollten wir draußen sitzen, aber das Wetter in diesem Jahr ist alles andere als sommerlich. Nachdem es schon keinen Frühling gab, hatten die Meteorologen versprochen, dass es im Juli/August 30 Sonnentage geben würde, davon 9 am WE. Nun meinen sie aber schon, dass es überhaupt nicht Sommer wird.

Unseren zehnten Hochzeitstag erlebten wir in einer Salzhöhle. In Moskau gibt es alles, warum nicht auch sowas – ein mit Salz ausgekleideter Raum, in dem sonst Anwendungen stattfinden, hergerichtet für ein romantisches Date. Da kommt man richtig runter.