Archive

Freizeit

Nachdem ich gestern Vormittag einen neuen Spaziergang getestet habe (und immer noch Neues entdecken konnte, beispielsweise wurden an einem Haus Schilder angebracht in Gedenken an die Bewohner, die 1937 erschossen wurden oder in einem Hof steht ein konstruktivistisches Wohnhaus mit tollen Balkons auf quadratischen Pfeilern), besuchten wir abends die Volkskunstausstellung in der Manege. “Lebendige Quelle” zeigt Arbeiten aktueller Künstler, aber auch traditionelle Werke aus den Sammlungen vieler russischer Museen. Es sind sehr schöne Stücke dabei, aber insgesamt machte die Ausstellung, die den Anspruch einer “Jahrhundertausstellung” hat, eher einen lieblosen Eindruck auf uns. Zwar zeigten einige ihre Kunst, wie beispielsweise eine Goldstickerin aus Torshok oder eine Dame, die mit Birkenrinde arbeitete. Doch wenn man zu Ladja geht, einem großen Festival, wo aus ganz Russland Volkskünstler kommen und ihre Kunst auch wirklich präsentieren, hat man mehr davon.

Advertisements

Schon wieder … am Montag hatte ich mal einen Spaziergang nicht im Regen, einen neuen, der gut gelaufen ist, alle waren zufrieden (hier vor einem ehemaligen Freudenhaus). Vom Yoga am Abend tut mir noch heute alles weh … Gestern hatten wir Besuch von russischen Freunden, das Essen fiel bayerisch aus und machte wenig Arbeit.

Das regnerische Wetter verleitet einen nicht gerade zu großen Wanderungen. Gestern am Vormittag waren wir zum Frühstück ins Schiwago eingeladen, nette Atmosphäre, sehr lecker und morgens scheinen die Preise demokratischer als abends zu sein. Am Nachmittag habe ich einen Kindergeburtstag unterstützt und mit den Kids gefaltet, das hat denen gut gefallen, sie konnten auch gleich alles ausprobieren – Flieger, betrunkene Fledermaus und sogar den hüpfenden Frosch haben sie toll hinbekommen. Danach waren wir zu zweit in Pho Fighters, einem vietnamesischen Suppencafè und es gab Pho Bo, was sonst. Abgerundet haben wir den Abend mit einem Bierchen im Enthusiast, einer Bar, die sich in einer Werkstatt befindet.   

Die Sonne lockte uns nach draußen und wir begaben uns zu Artplay , denn dort sollte ein Handmademarket stattfinden. Außerdem wollte ich das Gelände mal näher erkunden zwecks neuer Tour. Wir sahen dann auch einiges, viele Showrooms und Läden mit höherpreisigen Einrichtungsgegenständen und Wohnngsdeko. Aber auch Kneipen und Ausstellungsräume. In der British Design Scool gab es keine Verbotsschilder …

Und dieses Geschäft Naivno otschen ist sehr nett , hier kann man schöne Dinge erwerben, die psychisch Kranke gestaltet haben. Ein T-Shirt  haben wir für Semjon gekauft. Und abends gab es Plow, denn wir hatten wieder mal Plowkochopfer eingeladen.

Der viele Regen hat die Luft gesäubert, so dass wir gestern ein bisschen drch den Wald zum Kirchenmarkt spazieren konnten. Der hat sich nun in Sokolniki etabliert, es wurden sogar Fässer von Kamtschatka angeschleppt mit Heringen und leckeren sauren Gurken. Unser Hammel-Mann stand auch da und wir versorgten uns mit eingelegten und halbgetrockneten Hammelstückchen. Ein Rock aus “gekochter” Wolle fiel auch für mich ab. Danach waren wir noch auf “unserem” Markt, das Angebot jetzt im Herbst ist überwältigend. Nur mit Pilzen sieht es leider schlecht aus. Abends zogen wir uns ein bisschen Schlippenbach-Trio rein, aber meine Musik ist das nicht, zu chaotisch, zu laut …

Ein kleiner Spaziergang führte mich mit einer Freundin nördlich des Gartenrings. Da zieht sich ein grüner Streifen fast bis zum Dritten Ring. Rechts und links flankiert von allerlei Sehenswertem – die große Moschee  blinkert neben dem Olympiastadion hervor, das Kulturzentrum der Bewaffneten Streitkräfte, das ehemalige Jekaterineninstitut, wird immer noch saniert, das riesige Theater der Sowjetarmee sollte man auch mal gesehen haben, ruhiger wird es im Jekaterinenpark, einer großen Anlage mit Teich. Zurück ging es fast am neuen GULAG-Museum vorbei bis zum Volkskunstmuseum und in den Heremitage-Garten, wo wir in eine Kneipe einfielen.