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Reisen

Eine Woche verbrachten wir im Oman, es war immer heiß, fast nie unter dreißig Grad, sonnig, einfach das richtige Wetter, um vor dem langen Winter in Moskau nochmal Sonne zu tanken. In der Hauptstadt Muscat nahmen wir ein Auto mit Allradantrieb und los ging es, zuerst auf die Märkte, wir besichtigten den Palast des Sultans und die portugiesischen Forts. Am Meer entlang fuhren wir bis nach Sur, machten Halt, um zu baden und um erste Bekanntschaft mit einem Wadi zu machen, dabei unterzogen wir unseren Toyota gleich einem ersten Test. Ohne Allrad wären wir da nicht weit gekommen. Aber grandios – ringsherum aufragende vegetationslose Berge und im Wadi Palmen! In Sur zogen uns vor allem die Dhaus an, heute beherrschen nur noch wenige das Handwerk ihres Baus. Hauptattraktion am nächsten Tag war das Baden im Wadi Bani Khalid. Vorher spazierten wir in Al Mudayrib durch den alten Ortsteil, viele Funktionen waren noch erhalten und man konnte sich das Leben dort früher gut vorstellen. Dann ging es in die Wüste, zwanzig Kilometer wüsteneinwärts befand sich unser Camp, wo wir in einem Beduinenzelt, vornehm mit eigenem Badehäuschen, nächtigten, auf dem Kamel “ritten” und ein bisschen Dunebashing betrieben. Natürlich ließen wir uns Sonnenunter- und aufgang nicht entgehen und kraxelten die hohe Düne hoch. Weiter ging es auf den Frauenmarkt in Ibra, Männer waren nicht zugelassen, zum Schloss nach Jabrin, und Omans größten Lehmfort in Bahla bis nach Nizwa. Auf dem Weg zum Ausflug in Richtung Jebel Shams mit einem “Grand Canyon” hat uns besonders Al Misfah gefallen, mit einem zugänglichen Palmengarten (sie wurden überall angelegt, um im Schatten der Palmen etwas anzupflanzen, so wuchsen in Misfah beispielsweise Mangos, Granatäpfel, Limonen usw.), charmanten alten Lehmhäusern mit tollen geschnitzten Türen (auch sie haben wir überall angetroffen) und einer kleinen Kneipe mit leckerem Saft (den gab es immer und überall frisch). Ein Spektakel bescherte uns der Tiermarkt in Nizwa am Freitagmorgen, getoppt wurde der nur durch die aufregende Fahrt durch das Wadi Bani Anf, hoch und runter auf “Straßen” wie gemacht für unser geländegängiges Auto. Der letzte Tag war dem Baden im Golf von Oman vorbehalten, eine warme Brühe, allerdings sauber und mit Sandstrand, leider ohne Sonnenschutz (dafür müsste unser Toyota herhalten), denn die Omanis baden erst am späten Nachmittag. Übernachtet haben wir gut, gegessen am besten in einfachen Restaurants, in denen sich auch die Einheimischen versorgten. Insgesamt eine tolle Woche mit vielen neuen Eindrücken.

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Leider schon vorbei – aber es ist sehr, sehr schön gewesen. Albanien ist ein traumhaftes Urlaubsland, Natur pur, tolle Landschaften, das Gebirge im Norden heißt zwar Alpen, aber zum Glück war es überhaupt nicht sehr begangen, gastfreundliche Menschen, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren super zuverlässig, interessante Kulturdenkmäler, und ein sonniger Strand mit klarem, blauem Wasser. Wir waren so ziemlich die ältesten Rucksacktouristen, wir haben die Entschleunigung genossen und uns gut erholt. Am Ende waren wir noch in Belgrad auf einer Hochzeit und konnten so noch einen Blick auf die serbische Hauptstadt werfen.

Tirana wundervolles Gebirge Kruja

Berat Girokastra

Albanische Riviera Belgrad

Das vergangene Wochenende verlängerten wir und fuhren mal raus aus Moskau. Auf dem Weg nach Wologda (die Seitenstreifen waren durchweg gemäht, kein Müll lag herum, die Straßen waren zum überwiegenden Teil gut befahrbar, im Gebiet Wologda gab es oft sogar Beschleunigungsspuren, Felder und Rinderherden und ordentliche Dörfer erfreuten unser Auge) machten wir Station in Welikoje, einem Dorf mit einem Kreml und der Villa eines Textilfabrikanten. Im benachbarten Gawrilow-Jam baute er eine Textilfabrik, wo es einen netten Werksverkauf gibt. Die Städtchen um die 500 km nördlich von Moskau gehören zu den ältesten in Russland, entsprechend viele alte Kirchen und Klöster gibt es. Wologda hinterließ einen sehr angenehmen Eindruck bei uns – sauber, viel Grün, ordentliche Uferpromenaden am Fluss, freundliche Menschen, Radwege! Gleichzeitig wurden der 870. Stadtgeburtstag gefeiert und fand ein Festival der Spitze statt. Viele Menschen waren unterwegs, überall wurde Schaschlyk gebraten. Auf den Bühnen lief ein Kulturprogramm und wir sahen sogar einen Umzug von Blasmusikorchestern aus ganz Russland. Das Stadtzentrum verwandelte sich in einen großen Markt, Erzeugnisse der Volkskunst in Wologda wurden angeboten und vorgestellt. Viele gepflegte Holzhäuser begeisterten uns,      Kirchen (bis auf eine waren in der Sowjetzeit alle zu und wurden anders genutzt wie diese, in der eine Tapetenfabrik arbeitete) und der Kreml mit der Sophienkathedrale mit alten Fresken. Mit dem Rad erkundeten wir die Uferpromenade.    In dieser Kirche restaurierte man langsam und sorgfältig.   In Kirillow besichtigten wir die größte Festung Nordeuropas, ein ehemaliges Männerkloster.    In der Nähe befindet sich das Ferapontow-Kloster,  wo wir Fresken von Dionisys sahen, über 500 Jahre alt und sie gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Nachbarort steht eine tolle Holzkirche von 1755.  All die außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten zeigten sich umsichtig und liebevoll restauriert. In Belosersk, das 862 gegründet wurde, schauten wir uns den Kreml an und warfen einen Blick über den Ort. Auf dem Rückweg übernachteten wir in Poschechonje, einem kleinen Ort mit tollen Handelsreihen,  in einer “Turbasa”, einer Touristenstation an einem See (in Kirillow nahmen wir das beste Haus am Platz und in Wologda hatten wir eine Wohnung gemietet). Schließlich besuchten wir noch Freundinnen auf einen Kaffee, versorgten uns mit geräuchertem Fisch und waren am Abend zu Hause. Fazit: Fast 1500 km gefahren und sehr angetan von dem, was wir gesehen und erlebt haben.  Und auch diese verlassenen Kirchlein entdeckten wir unterwegs.    

Das vergangene Wochenende verbrachten wir in Minsk, der Hauptstadt Weißrusslands zusammen mit Tilli und Danny. Wir sind vom neuen Flughafen Shukowski abgeflogen. Er befindet sich etwas östlich von Moskau, hin kommt man staufrei mit Elektritschka und Bus. Dauert aber. Eine richtige Passkontrolle gab es nicht (obwohl wir, wenn wir aus Russland kommen, ein Visum brauchen), erst recht nicht in Minsk, so dass wir zügig ins Hotel fuhren. Und dann sind wir zwei Tage herumgelaufen, unterbrochen durch Kneipenbesuche, wir mussten ja was essen und vor allem trinken und uns aufwärmen. Die beiden Jungs wurden in das orthodoxe Ostern eingeführt, wir haben zugesehen beim Kulitschweihen und nachts waren wir beim Ostergottesdienst und zogen mit vielen Orthodoxen mit brennenden Kerzen um die Kirche. Ist immer wieder beeindruckend. Ansonsten ließen wir uns durch die Stadt treiben, sahen monumentale Architektur, breite Prospekte, waren auf dem riesigen Markt, wo wir uns mit weißrussischer Wurst versorgten, schlenderten durch die Altstadt und durch Parks. Minsk liegt an einem Fluss und dieser wird für die Naherholung auch genutzt. Hat uns nicht schlecht gefallen, sehr kleine Altstadt, die wieder aufgebaut wurde, sie geben sich Mühe, die Stadt für die Bürger ein bisschen schön zu machen.

Eine Woche verbrachten wir im konservativsten Emirat, ohne kurzes Röckchen, ohne Händchenhalten, ohne Alkohol. Im Hotel und am Hotelstrand sah man das Kleidungsthema nicht so eng, aber trocken blieben wir die ganze Zeit, hat uns sicher nicht geschadet. Drei Tage lagen wir faul am Strand und drei Tage waren wir aktiv unterwegs, um die Stadt, den Fischmarkt und andere Märkte zu erkunden. Nach fünf Monaten Moskauer Winter haben wir die Sonne, Wärme und das Meer genossen.

Drei Tage testeten wir das Skifahren in Sotschi – die Vorteile liegen klar auf der Hand – Sotschi ist mit zwei Stunden Flugzeit von Moskau aus gut und schnell zu erreichen und auch vom Flughafen aus ist man in vierzig Minuten in Gorki Gorod. Dort befinden sich auf zwei Levels Hotels aller Kategorien, vom Drei-Sterne- Appartement-Hotel bis zum Fünf-Sterne Mariott mit angeschlossenem Casino. Die Infrastruktur ist recht gut entwickelt – es gibt genügend Restaurants unterschiedlicher Küchen und Preislage, ein Einkaufszentrum, Supermärkte, außerdem ein Kino, Schwimmbad, Bowlingbahn … Die Liftstation ist zu Fuß gut erreichbar. Die Architektur ist etwas gewöhnungsbedürftig,sotschi allerdings hat man versucht, mit der Schaffung von Hofsituationen etwas Gemütlichkeit zu erzeugen. Leider ist so manches schlampig gebaut, Platten fallen schon ab (das steh alles erst seit vier Jahren!), das Pflaster klappert unter den Füßen, die Nässe steigt nach oben usw. Schade. Doch überall begegneten wir freundlichen Servicekräften. Gestört hat etwas die durchweg vorhandene laute Musik, an den Liftstationen, aus den Lautsprechern auf dem Lift, im Ort selbst. Die Pisten selbst sind ganz gut in Schuss, vor allem oben, wo es kälter ist.sotschi1 Und wenn die Sonne scheint, hat man eine tolle Aussicht auf den Kaukasus.%d0%ba%d1%80%d0%b0%d1%81%d0%bd%d0%b0%d1%8f-%d0%bf%d0%be%d0%bb%d1%8f%d0%bd%d0%b0 Insgesamt gesehen – drei Tage Sotschi ist durchaus eine Alternative.

Gestern Abend kamen wir nach zwei einigermaßen erholsamen Wochen in Deutschland und Österreich zurück nach Moskau, hier sind es – 26 Grad und es schneit. Aber die Wohnung ist warm … Unser Jubiläum am 23. Dezember begingen wir in Berlin, besuchten die Synagoge, sahen uns die Hackeschen Höfe an, hack hack1 waren auf dem Weihnachtsmarkt und verbrachten den Abend im morbid-charmanten Clärchens Ballhaus. berlin-claerchens-ballhaus clarchens-ballhaus-680x425 Zu Weihnachten das Übliche – Geschenke, Essen und Trinken, aber wir haben das in diesem Jahr ein bisschen aufgeweicht – waren im Leipziger Gasometer und haben die Korallenriff-Ausstellung angesehen und waren beim Bowling. Insgesamt waren es schöne Feiertage. Eine Woche fuhren wir danach am Rastkogel im Zillertal Ski. Das war etwas absurd, ringsherum war alles grün, nur die Pisten waren beschneit.rast5 Aber alles top in Ordnung, die Lifte fuhren und auf den Pisten konnte man gut die Hänge hinabsausen, es war nur ziemlich glatt – gut zum Trainieren …  Und wir hatten Sonne pur! rast3 rast2 rast1 rast